Auch Erwachsene haben den Wunsch nach schönen, geraden Zähnen. Aber eine Zahnspange jenseits der 50 – geht das überhaupt? Ja, denn für eine kieferorthopädische Behandlung gibt es praktisch keine Altersgrenze.
Viele Menschen legen auch im hohen Alter Wert auf gutes Aussehen. Bei manchen wurden im Kinder- und Jugendalter Fehlstellungen nicht korrigiert. Der Körper und damit auch Zähne und Gebiss verändern sich außerdem im Laufe des Lebens aufgrund von Entwicklungs-, Wachstums- und Alterungsprozessen. In jedem Alter können sich Zähne noch bewegen. Auch der Verlust eines Zahns kann die Position der Zähne verändern.
Solche Fehlstellungen sind nicht nur optisch störend, sie können auch die Sprache und das Kauen beeinträchtigen. Außerdem sind schiefe Zähne oft schwieriger zu reinigen. Das erhöht das Risiko für Karies und Parodontitis. Der Wunsch, auch jenseits der 50, 60 oder sogar 70 noch mit einer Zahnspange die Zähne korrigieren zu lassen, ist also durchaus nachvollziehbar.
Ja, Zahnkorrekturen sind auch im hohen Alter möglich. Es gibt jedoch einige Besonderheiten und Einschränkungen zu berücksichtigen. Der Kieferknochen ist im höheren Alter weniger formbar als bei jüngeren Menschen, wodurch die Zahnbewegungen langsamer und möglicherweise schwieriger werden könnten. Zudem haben viele ältere Erwachsene Vorerkrankungen des Zahnfleisches oder des Kieferknochens, die vor Beginn einer Behandlung behandelt werden müssen. Eine gründliche zahnärztliche Untersuchung und gegebenenfalls eine Parodontitis-Behandlung sind daher unerlässlich.
Um das zu erreichen, gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten: Entweder die klassische Zahnspange oder eine herausnehmbare Plastikschiene. Diese Aligner werden täglich 22 Stunden getragen und regelmäßig ausgewechselt.
Transparente Schienen, sogenannte Aligner, bleiben nicht dauerhaft im Mund, sondern können bei Bedarf herausgenommen werden, beim Essen oder Zähneputzen etwa. Zudem fallen die unsichtbaren Schienen im Gegensatz zur festen Zahnspange kaum auf. Früher wurden Aligner nur zur Behandlung von leichten Fehlstellungen der Zähne benutzt, mittlerweile ist man deutlich weiter. Dank verbesserter Materialien, Attachments und Gummis werden Aligner zur Behandlung verschiedenster Fehlstellungen der Zähne angewendet, auch bei Bisskorrekturen, Engstand und Überfüllung.
Allgemein ist zu sagen, dass die Kosten für eine Zahnspange für Erwachsene in aller Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Ausnahmen gibt es lediglich bei sehr schweren Kieferanomalien, die eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung erfordern. In solchen Fällen kann eine teilweise oder vollständige Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich sein, dann aber auch nur in Kombination mit einer festen Zahnspange.
Neben dem ästhetischen Aspekt gibt es auch gesundheitliche Vorteile bei der Korrektur von Zahnfehlstellungen. Gerade Zähne erleichtern die Mundhygiene, reduzieren das Risiko von Karies und Parodontitis und können Kiefergelenksprobleme positiv beeinflussen. Eine verbesserte Zahnstellung kann zudem die Kaueffizienz erhöhen und somit die allgemeine Lebensqualität verbessern.
Es ist wichtig, sich der möglichen Risiken und Nebenwirkungen bewusst zu sein. Dazu gehören Zahnlockerung, erhöhte Empfindlichkeit und längere Heilungszeiten. Eine gründliche Beratung durch den Kieferorthopäden ist daher unerlässlich.
Quellen
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