Essen, sprechen, lächeln – die Gesundheit unserer Zähne hängt eng mit unserer Lebensqualität zusammen. Zahnlücken oder fehlende Zähne beeinflussen dabei nicht nur unser ästhetisches Empfinden. Resultieren daraus gesundheitliche Folgen oder Risiken, müssen Zahnlücken geschlossen werden. Mit modernem Zahnersatz ist das heute problemlos möglich.
Zahnverlust resultiert aus dem Verlust einzelner oder mehrerer Zähne und betrifft das vollständig ausgebildete Gebiss Erwachsener. Die Ursachen für Zahnverlust sind häufig Erkrankungen wie Karies oder Parodontitis.
Parodontitis, eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparats, wird durch mangelnde Mundhygiene begünstigt und kann im Alter über 40 Jahren zum Hauptgrund für Zahnverlust werden. Karies, verursacht durch bakterielle Säuren, beschädigt den Zahnschmelz und das Dentin, was unbehandelt zum Zahnverlust führt.
Systemische Erkrankungen wie Diabetes und Osteoporose beeinträchtigen zusätzlich die Mundgesundheit, indem sie die Wundheilung verzögern und die Knochendichte verringern. Traumatische Ereignisse wie Stürze können zu direktem Zahnverlust führen. Der natürliche Alterungsprozess schwächt überdies die Regenerationsfähigkeit des Körpers und erhöht damit das Risiko für Zahnverlust.
Die fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) des Instituts der Deutschen Zahnärzte zeigt eine positive Tendenz bezüglich des Zahnerhalts bei jüngeren Senioren im Altern zwischen 65 und 74 Jahren. Während 1997 noch fast jeder vierte der Altersgruppe zahnlos war, hat sich dieser Anteil bis 2014 auf etwa jeden achten reduziert. Diese bemerkenswerten Fortschritte sind auf die heutigen, sehr effektiven, zahnerhaltenden Therapien und eine verstärkte Prävention in der zahnmedizinischen Versorgung zurückzuführen, wodurch Deutschland international eine führende Rolle einnimmt.
Die Halbierung der Zahnlosigkeit bei jüngeren Senioren spiegelt auch den Trend zu dauerhaftem Zahnersatz wie Brücken, Kronen oder Implantaten wider. Trotz sozialer Unterschiede in der Häufigkeit von Zahnverlusten – mit geringeren Anteilen bei höherem Sozialstatus – besteht keine soziale Ungleichheit bei der prothetischen Versorgung. In Deutschland ermöglicht das Festzuschusssystem der gesetzlichen Krankenversicherung allen Versicherten Zugang.
Zahnlücken, vorrangig im Frontzahnbereich, beeinträchtigen nicht nur die Ästhetik und das Selbstwertgefühl, sondern führen nicht selten zu gesundheitlichen Problemen.
Wenn eine Zahnlücke nicht geschlossen wird, können benachbarte Zähne in die Lücke kippen, während gegenüberliegende hineinwachsen können. Das Resultat ist ein „verlängerter“ Zahn. Der Versuch, den Kontakt zu anderen Zähnen wiederherzustellen, führt meist zu Fehlstellungen und einem ungleichmäßigen Biss. Zudem begünstigt der fehlende mechanische Druck auf den Kieferknochen unter der Zahnlücke einen steigen Knochenabbau.
Zahnlücken stören schnell die Funktionen des Sprechens und Kauens. Ebenso schafft eine Veränderung der Zahnstellung schwer zu reinigende Nischen, die die Ansammlung von Bakterien und Zahnbelag fördern. Unzureichend zerkleinerte Nahrung beeinträchtigt ferner die Verdauung, was wiederum weitere gesundheitliche Probleme nach sich zieht.
Die durch Zahnlücken verursachten Fehlstellungen und Fehlkontakte zwischen den Zähnen lösen bei manchen Patientinnen und Patienten Bruxismus (Zähnepressen und -knirschen) aus. Das geschieht oft unbewusst im Schlaf und geht mit anhaltenden Muskelverspannungen einher. Die Verspannungen belasten das Kiefergelenk und ziehen Schmerzen sowie weitere kraniomandibuläre Dysfunktionen wie Kopf- und Kieferschmerzen oder Tinnitus nach sich.
Langfristig kann ein Zahnverlust das Erscheinungsbild durch Veränderungen der Gesichtsstruktur negativ beeinflussen, da der Kieferknochen sich zurückbildet und die Haut weniger Stützung erhält. Psychologisch gesehen kann der Verlust von Zähnen erheblich das Selbstbewusstsein mindern und soziale Hemmungen verstärken. Darüber hinaus ist es nicht selten, dass durch die ungleichmäßige Belastung der verbleibenden Zähne ein vorzeitiger Verschleiß begünstigt wird.
Es ist unerlässlich, eine Zahnlücke zu schließen, wenn sie breiter als ein minimaler Spalt ist oder durch einen Unfall oder eine Krankheit verursacht wurde. Der Grund dafür liegt in der natürlichen Anordnung des Kiefers, bei der jeder Zahn einem spezifischen Pendant im gegenüberliegenden Kiefer entspricht. Ein Zahnverlust oder das Entstehen einer umfangreichen Lücke stört die Symmetrie, was zu einer Destabilisierung des Kiefergleichgewichts führen kann.
Trotz der genannten Risiken gibt es auch Situationen, in denen es medizinisch vertretbar ist, eine Zahnlücke nicht zu schließen. Bei betagten Patienten, bei denen keine funktionellen oder ästhetischen Beeinträchtigungen vorliegen, kann unter Umständen auf einen Lückenschluss verzichtet werden. Ebenso kann bei Patienten mit schweren systemischen Erkrankungen, die das Risiko chirurgischer Eingriffe erhöhen, eine nicht-invasivere Lösung bevorzugt werden. In solchen Fällen sollte stets eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung gemeinsam mit dem behandelnden Zahnarzt erfolgen.
Moderne Zahnmedizin bringt heute vielfältige Möglichkeiten mit, verloren gegangene Zähne durch Kronen, Brücken, Prothesen oder Implantate zu ersetzen und Zahnlücken zu schließen.
Festsitzender Zahnersatz: Kronen werden eingesetzt, wenn große Teile eines Zahns zerstört sind. Sie bedecken den vorhandenen Zahn und erhalten so viel Zahnsubstanz wie möglich. Brücken dienen dem Ersatz fehlender Zähne und benötigen die präparierten Nachbarzähne als Stütze. Beide Lösungen sind bei guter Pflege eine lebenslang unkomplizierte Lösung.
Herausnehmbarer Zahnersatz: Teilprothesen kommen zum Einsatz, wenn sehr viele Zähne fehlen, um mit einem festsitzenden Zahnersatz versorgt werden zu können. Sie bestehen aus einem Metallgerüst mit Kunststoffzähnen und werden mit Klammern an den verbliebenen Zähnen befestigt. Vollprothesen werden genutzt, wenn keine natürlichen Zähne mehr vorhanden sind. Sie sind meist aus Kunststoff gefertigt und haften durch Unterdruck am Kiefer. Vollprothesen können auch implantatgetragen sein, was ihnen einen festeren Halt gibt und den Gaumen freilässt.
Zahnimplantate: Als künstliche Zahnwurzeln ersetzen sie sowohl die Krone als auch die Wurzel des Zahns und sind besonders gut verträglich. Sie stimulieren den Kieferknochen ähnlich wie natürliche Zähne und können als Basis für Brücken oder Prothesen dienen. Eine regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt ist für die Langlebigkeit des Implantats entscheidend.
Die Präferenz für festsitzenden Zahnersatz, insbesondere für Implantate, hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Laut der DMS V-Studie ist die Anzahl der Patientinnen und Patienten mit Implantaten heute zehnmal höher als 1997.
Eine gründliche tägliche Mund- und Zungenhygiene ist essenziell, um Zahnverlust zu vermeiden. Gleiches gilt für regelmäßige Vorsorgetermine beim Zahnarzt. Erste Anzeichen von Zahnproblemen müssen sofort behandelt werden. Ist es dennoch zu einem Zahnverlust gekommen, sollten nach Erkrankungen oder Unfällen Zahnlücken in der Regel geschlossen werden, um weitere gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Es gibt jedoch auch Situationen, in denen es medizinisch vertretbar sein kann, eine Zahnlücke nicht zu schließen. Eine individuelle Beratung durch den Zahnarzt ist hierbei entscheidend.
Quellen:
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von hCaptcha laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen