Um Karies und weitere Zahnerkrankungen zu vermeiden, putzt man sich regelmäßig die Zähne. Dabei konzentrieren sich jedoch viele auf die Zahnoberflächen und vernachlässigen dabei die Zahnzwischenräume. Das kann zu einem erheblichen Risiko für Zahnzwischenraum-Karies führen. Doch wie entsteht Karies genau und was kann man tun, damit die Zahnzwischenräume gesund bleiben?
Karies ist die weltweit häufigste zahnmedizinische Erkrankung. Dass sie erschreckend weit verbreitet ist, wird deutlich, wenn man einen Blick auf die Zahlen wirft: Global leiden 2,4 Milliarden Menschen an Karies. In Deutschland haben 20 Prozent der Kinder und etwa 15 Prozent der Erwachsenen mit Karies zu kämpfen.
Die Krankheit wird in erster Linie von Bakterien und Zucker verursacht. Weitere Faktoren sind die Beschaffenheit der Zähne und eine verminderte Speichelproduktion. Bakterien im Mund spalten Zucker aus dem Essen in Säuren auf. Diese greifen den Zahnschmelz an und führen letztendlich zu Karies.
Karies kann auf den Kauflächen der Zähne entstehen, an den Wurzeln, am Zahnfleischrand und in den Zahnzwischenräumen (Zahnzwischenraumkaries oder auch Interdentalkaries).
Die Zahnzwischenräume sind Hotspots für die Ansammlung von Nahrungsresten und Plaque. Plaque ist eine klebrige Schicht aus Bakterien, die Zucker aus der Nahrung in Säure umwandeln, welche wiederum den Zahnschmelz angreift. Dazu sind diese Bereiche für Zahnbürsten schwer erreichbar, was das Reinigen erschwert. Eine regelmäßige Reinigung der Zahnzwischenräume senkt das Risiko für Karies und andere Zahnprobleme wie Parodontitis deutlich.
Wer Zahnseide oder Interdentalbürsten nur unregelmäßig verwendet, kann möglicherweise einen unangenehmen Geruch bei der Reinigung feststellen. Dieser entsteht durch die Bakterien und Speisereste, die sich in den Zwischenräumen ansammeln. Bei regelmäßiger Verwendung von Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten verschwindet der Geruch in der Regel.
Sollte trotz regelmäßiger Reinigung ein unangenehmer Geruch auftreten, ist das ein Grund, seine Zähne und Zahnzwischenräume zahnärztlich untersuchen zu lassen. Sowohl Erwachsene als auch Kinder sollten regelmäßig ihre Zähne und Zahnzwischenräume von der Zahnärztin oder vom Zahnarzt überprüfen lassen. Sie beurteilen den Zustand der Zähne und die Effizienz der Reinigung der Zahnzwischenräume, um gegebenenfalls Empfehlungen zur Verbesserung der Mundhygiene zu geben.
Karies der Zahnzwischenräume betrifft Kinder und Erwachsene. Bei Kindern, die noch ihre Milchzähne haben, verursacht Karies nicht nur Zahnschmerzen, sondern erhöht auch deutlich das Risiko, im Erwachsenengebiss kranke Zähne zu bekommen. Kinder, deren Milchzähne sehr eng stehen, haben ein allgemein erhöhtes Kariesrisiko. Als Grund wird vermutet, dass bei eng stehenden Zähnen die Reinigung erschwert ist.
Das Risiko bei Kindern kann man durch zuckerarmes Essen, Verzicht auf süße Getränke und gründliches Zähneputzen minimieren. Je nach Risikoprofil sollten auch Kinder bereits die Zahnzwischenräume reinigen. Ob es im Einzelfall notwendig ist, sollte man am besten mit dem Zahnarzt besprechen. Er kann auch Tipps für die Reinigung geben und spezielle Hilfsmittel wie etwa Zahnseide-Halter oder Zahnseide-Sticks empfehlen, die Kinder selbst anwenden können.
Für saubere Zahnzwischenräume und die Vorbeugung von Interdentalkaries helfen folgende Maßnahmen:
Karies in den Zahnzwischenräumen betrifft Menschen aller Altersstufen. Jeder sollte in seine tägliche Mundhygiene das Reinigen der Zahnzwischenräume integrieren, um Karies entgegenzuwirken. Dies kann durch Zahnseide oder Interdentalbürsten erfolgen, eventuell ergänzt durch die Verwendung von Mundspülungen. Auch durch Verzicht auf Zucker sowie regelmäßige Besuche beim Zahnarzt kann jeder seine Mundgesundheit verbessern und effektiv Karies in den Zahnzwischenräumen vorbeugen.
Quellen:
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