Man findet sie in jedem Supermarkt: Fruchtpürees in Quetschbeuteln. Sie werden auch Quetschis, Quetschies oder Fruchtquetsche genannt. Kinder lieben die kleinen bunten Packungen mit Obstbrei oder Gemüsebrei. Doch sie sind nicht so gesund, wie es scheint, und auch den Zähnen können sie schaden.
Es gibt sie von „Freche Freunde“, „Hipp“, „Danone“ oder „Bebivita“ – und sie werden gerne von Eltern genommen, da sie praktisch sind für unterwegs und in jede Tasche passen. Die Vielfalt ist groß: Es gibt sie als reine Fruchtmischungen, mit exotischen Beeren, mit Joghurt, Getreide oder Keksen. Und ungesund scheint der Snack auch nicht zu sein: Jedenfalls findet man auf den Packungen oft Angaben wie „ohne Zuckerzusatz“, „von Natur aus nur Fruchtzucker“, „mit vielen Vitaminen“ usw. Was kann also an einer pürierten Portion Obst oder herzhaftem Gemüse schon falsch sein?
Quetschies, auch wenn sie ohne zugesetzte Süßungsmittel auskommen, besitzen von Haus aus ein hohes Maß an Fruchtzucker. In einer Packung kann genauso viel Zucker wie in der gleichen Menge Cola sein. Nicht selten sind zehn bis 15 Prozent der Konsummenge Zucker, bei einer 100-Gramm-Packung sind das also bis zu 15 Gramm purer Fruchtzucker. Laut Weltgesundheitsorganisation sollten ein- bis dreijährige Kinder nicht mehr als 30 Gramm Zucker pro Tag konsumieren. Kinder zwischen vier und sechs Jahren unter 35 Gramm und Kinder zwischen sieben und zehn Jahren unter 42 Gramm. Wer seinem Kind einen Quetschie gibt, hat ihm damit einen Großteil des Zucker-Tagesmaximums verabreicht.
Der hohe Zuckergehalt wirkt sich auch direkt auf die Zähne aus. Drei Punkte sprechen aus zahnärztlicher und kieferorthopädischer Sicht klar gegen den Konsum von Quetschies:
1. Quetschies erhöhen das Kariesrisiko:
Das Mus enthält meist viel Zucker und Säure. Beides schadet auf Dauer den Zähnen. Durch das Einsaugen werden die Frontzähne regelrecht von Zucker und Säure umspült. Das pürierte Mus bleibt zudem viel leichter an und zwischen den Zähnen haften. Milchzähne haben weniger Mineralstoffe als bleibende Zähne, dementsprechend anfälliger sind sie. Der Zucker im Mund wird von Kariesbakterien verstoffwechselt. Die als Abfallprodukt entstehenden Säuren können den Zahnschmelz angreifen. Lässt man der Säure genügend Zeit, schwemmt sie viele Mineralien aus dem Milchzahnschmelz heraus, die sogenannte Milchzahnkaries kann entstehen.
2. Quetschies schwächen die Kiefer- und Mundmotorik:
Fruchtbrei muss man nicht kauen. Das ist aber schlecht. Denn nur wenn Kleinkinder ganze Frucht- und Gemüsestücke essen, lernen sie das Malmen mit den Zähnen und trainieren so auch die Kiefermuskulatur und Mundmotorik. Das wiederum ist wichtig für das Erlernen von Sprache und Sprechen. Das Kauen regt auch die Bildung von Speichel an, der wichtig ist für den Schutz der Zähne.
3. Quetschies begünstigen Zahn- und Kieferfehlstellungen:
Kiefer wachsen nur in die Breite und Länge und geben damit allen Zähnen im Kiefer Platz, wenn sie benutzt werden. Fruchtbrei muss man nicht kauen, d.h. die Kiefer werden nicht benutzt und wachsen damit weniger. Das ist genauso bei anderen Teilen des Körpers. Was nicht benutzt wird, atrophiert d.h. wächst gar nicht erst oder bildet sich zurück.
Quetschies haben aber nicht nur Nachteile: Sie sind gesünder und energieärmer als jeder Schokoriegel und daher die bessere Zwischenmahlzeit, wenn es schnell gehen muss. Eine noch bessere Zwischenmahlzeit sind aber Möhren, Apfelstücke etc., also Gemüse bzw. Obst, was gekaut werden muss.
Quetschies sind nicht wirklich gesund und teuer. Besser Kinder gleich an gesündere und kauaktive Zwischenmahlzeiten wie Möhren, Äpfel etc. zu gewöhnen.
Quellen:
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