Zahnpasta soll die Zähne ordentlich säubern und Plaque entfernen. Darüber hinaus hat sie noch eine wichtige Funktion: Sie sorgt für eine ausreichende Versorgung der Zähne mit Fluorid. Warum das Mineral so eine wichtige Rolle für die Zahngesundheit spielt und warum man sich bei sachgemäßer Verwendung keine Sorgen um Nebenwirkungen machen muss.
Fluorid ist ein wesentlicher Bestandteil von Zahnpasten, Mundwässern und anderen zahnärztlichen Produkten zur Zahnpflege. Es kann sowohl topisch (direkt auf die Zahnoberfläche) als auch systemisch (durch die Einnahme von fluoridhaltigem Wasser, Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel) verabreicht werden. Die topische Anwendung hat dabei viele Vorteile: Denn das Fluorid gelang direkt in ausreichender Menge an den gewünschten Ort und kann sofort wirken. Das Fluorid, das wir über Nahrung und Trinkwasser aufnehmen, reicht nämlich meist nicht aus, um die Zähne gut vor Karies zu schützen.
Die Verwendung von Fluorid hat sich als äußerst effektiv erwiesen, um Karies vorzubeugen und die allgemeine Zahngesundheit zu fördern. Es ist jedoch wichtig, Fluorid in angemessenen Mengen zu verwenden. Bei Kindern kann eine übermäßige Aufnahme zu einer Fluorose, einer Verfärbung des Zahnschmelzes, führen.
Wenn man regelmäßig zu viel Fluorid aufnimmt, können unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, die man Fluorose nennt. Das passiert vor allem bei Kindern, deren Zähne noch in der Entwicklung sind. Ihre Zähne können weiße oder braune Flecken und Verfärbungen bekommen, was ästhetisch störend sein kann. Manche Menschen reagieren auf die Verwendung von Produkten mit hohem Fluoridgehalt (fluoridhaltiges Zahngel) außerdem mit Schleimhautreizungen.
Es gibt auch akute Fluorid-Vergiftungen. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass man sich im Haushalt mit Fluorid vergiftet. Aber theoretisch ist es möglich, wenn zum Beispiel ein Kind große Mengen an Zahnpasta, Mundspülung oder Nahrungsergänzungsmittel schluckt. Deshalb sollte man Produkte und Nahrungsergänzungsmittel mit Fluorid immer außer Reichweite von Kindern aufbewahren.
Um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden, sollten Eltern bei ihren Kindern vor allem auf eines achten: Entweder sie verwenden fluoridhaltige Zahnpasta oder sie verabreichen das so wichtige Fluorid in Tablettenform. Niemals beides gleichzeitig tun, denn das könnte zu einer Überdosierung führen, wenn die Kinder die Zahnpasta verschlucken. Seit 2021 gibt es dazu eine einheitliche Empfehlung für Eltern von den kinder- und zahnärztlichen Fachgesellschaften.
Es ist wichtig zu betonen, dass Fluorid nur in extrem hohen Mengen giftig ist. Richtig ist, dass eine übermäßige Einnahme von Fluorid, insbesondere in der Größenordnung von fünf bis zehn Gramm, potenziell tödliche Auswirkungen haben kann. Allerdings ist es äußerst unwahrscheinlich, dass jemand versehentlich eine derart hohe Menge Fluorid zu sich nimmt. Um ein solches Niveau zu erreichen, müsste man theoretisch den Inhalt von 33 bis 67 Tuben Zahnpasta auf einmal verzehren. Und selbst wenn man jeden Tag die Zahnpasta herunterschlucken würde, wäre man noch weit von potenziellen Nebenwirkungen entfernt. Dass man Zahnpasta trotzdem immer ausspucken und nicht herunterschlucken sollte, versteht sich von selbst.
Sowohl für Erwachsene als auch für Kinder ist die Verwendung einer Zahnpasta mit dem richtigen Fluoridgehalt sehr wichtig, um das Kariesrisiko zu senken. Das heißt: 500 ppm bis zum sechsten Geburtstag, danach 1.450 ppm. Kinder unter sechs können alternativ Fluorid in Tablettenform nehmen und sollten dann eine fluoridfreie Zahnpasta verwenden.
Quellen:
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