Für viele gehört sie zu einer umfassenden Mundhygiene einfach dazu: Zahnseide. Zahnärzte empfehlen die regelmäßige Nutzung, um die Zwischenräume gründlich zu reinigen. Denn Zahnseide entfernt Plaque und Speisereste dort, wo die Zahnbürste nicht hinkommt.
Doch bei der Wahl der Produkte sollte man genau hinschauen. Eine Untersuchung des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) hat im Januar 2024 für Aufsehen gesorgt: Zwei von sieben untersuchten Zahnseide-Produkten enthalten demnach sogenannte per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS, die die Gesundheit schädigen können.
Diese chemisch hergestellten Substanzen sind bekannt für ihre Beständigkeit gegenüber Hitze, Wasser und Öl. Daher werden sie in einer Vielzahl von Produkten verwendet, die wir täglich nutzen.
PFAS werden oft als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, da sie in der Umwelt nur sehr schwer abgebaut werden und sich im Laufe der Zeit sogar noch anreichern können. Sie wurden in Boden, Wasser, Luft und sogar im Blut von Menschen und Tieren nachgewiesen. Zu den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen, die diese Substanzen für den menschlichen Körper haben können, gehören unter anderem Krebs, Leberschäden, Schilddrüsenerkrankungen, verminderte Fruchtbarkeit und Auswirkungen auf das Immunsystem.
Allerdings gibt es Tausende unterschiedliche PFAS-Substanzen, und nicht alle sind gleichermaßen toxisch. Zudem sind nicht alle PFAS im Hinblick auf ihre gesundheitlichen Auswirkungen untersucht. Die Forschung in diesem Bereich entwickelt sich noch weiter. Es bleibt aber festzuhalten, dass PFAS aufgrund ihrer Persistenz in der Umwelt und im Körper von Menschen und Tieren ein Risikopotenzial haben.
Insgesamt hat der BUND Zahnseide von sieben Herstellern untersucht. Das Ergebnis: Im Dontodent Zahnband extra gleitfähig der Drogeriemarktkette dm sowie im Diadent Zahnband extra gleitfähig der Drogeriemarktkette Budni wurden Rückstände des PFAS-Polymers Polytetrafluorethylen (PTFE) gefunden, das viele unter dem Namen Teflon kennen. PTFE selbst gilt zwar nicht als gesundheitsschädlich, aber es kann Rückstände giftiger PFAS enthalten. Im Produkt der Budni-Eigenmarke wurde zudem eine geringe Menge Perfluoroctansäure (PFOA) nachgewiesen, deren Verwendung in der EU seit Juli 2020 verboten ist.
Die Verwendung von PFAS ist für die Hersteller aktuell nicht kennzeichnungsplichtig, daher ist es für Verbraucher und Verbraucherin oft schwierig zu erkennen in welchen Produkten PFAS enthalten sind. Der freiwillige Hinweis „PFAS-frei","PFC-frei" oder „fluorcarbonfrei“ kann allerdings zeigen, ob bei der Produktion PFAS verwendet wurden. Auch ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe kann Klarheit schaffen. Spezifische chemische Begriffe wie "fluoro-", "perfluoro-", "polyfluoro-" oder "PTFE" (Polytetrafluorethylen) deuten oft auf PFAS hin.
Bei dem Test des BUND wurden folgende Marken mit Blick auf PFAS als unbedenklich eingestuft:
Quellen:
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