Seit einigen Jahren wird das Rauchen von Zigaretten immer unbeliebter, stattdessen greifen immer mehr Menschen zu E-Zigaretten. Das Inhalieren von Dampf mit exotischen Geschmacksrichtungen wie American Cheesecake und Erdbeere spricht vor allem junge Menschen an. Dass auch das Vapen negative Auswirkungen auf Gesundheit hat, ist inzwischen klar. Auch die Zahngesundheit leidet darunter.
Vapen, auch als E-Zigaretten Rauchen oder Dampfen bezeichnet, ist eine neue Art des Rauchens. Den ersten elektronischen Verdampfer patentierte Joseph Robinson in den 1930er-Jahren. Doch erst mit der Einführung der Einweg-Vapes in den 2010ern ist ihre Popularität und der Konsum stark angestiegen. Beim Vapen wird eine Flüssigkeit, E-Liquid oder Vape-Juice genannt, erhitzt. Dabei wird ein Dampf erzeugt, der inhaliert wird. Ob Vapen gesünder als Rauchen ist, ist noch nicht klar zu beantworten. Der Flüssigkeit werden oft künstlich das abhängig machende Nikotin, Aromen und andere Chemikalien zugesetzt. Durch die Aromastoffe gibt es beim Vapen eine geschmackliche Vielfalt, die den bitteren Geschmack von Nikotin übertüncht. Das kann Raucher dazu verleiten, die gesundheitlichen Risiken des Vapens zu unterschätzen.
Während bei einer Zigarette Tabak verbrannt wird und dabei schädliche Produkte wie Teer und Kohlenmonoxid freigesetzt werden, wird beim Vapen das E-Liquid durch eine Batterie erhitzt, um Dampf zu erzeugen. Dies führt dazu, dass weniger schädliche Stoffe als beim klassischen Rauchen freigesetzt werden. Allerdings ist die langfristige Sicherheit des Vapens noch nicht abschließend geklärt, da Langzeitstudien bislang fehlen. Dafür sind E-Zigaretten noch zu kurz auf dem Markt.
Sicher ist: Vapen ist gesundheitsbelastend und kann, wenn es Nikotin enthält, abhängig machen. E-Zigaretten können E-Liquids mit unterschiedlichen Nikotinkonzentrationen enthalten, wobei die maximale erlaubte Konzentration in der EU 20 Milligramm pro Milliliter beträgt. Diese Menge bezieht sich jedoch auf das E-Liquid und nicht auf das Gesamtvolumen der E-Zigarette. Die Nikotinmenge, die durch Vapen aufgenommen wird, kann variieren, ist aber oft vergleichbar mit der Menge, die durch das Rauchen von Zigaretten aufgenommen wird. Bekannt ist auch, dass Vapen das Risiko für Herz-Kreislauf-, systemische und Lungenerkrankungen erhöhen kann.
Menschen, die vapen, haben oft Probleme mit Erkrankungen im Mund wie Zahnfleischentzündungen (Gingivitis), sowie Erkrankungen des Zahnhalteapparats, einschließlich Zahnfleisch und Kieferknochen. Studien zeigen, dass die Chemikalien, die in dem E-Liquid enthalten sind, die orale Mikroflora – also die Zusammensetzung der im Mund ansässigen Mikroorganismen – verändern. Dadurch könnte sich das Risiko für Zahnfleischerkrankungen erhöhen.
Mundtrockenheit, auch als Xerostomie bekannt, ist ein häufig berichtetes Problem bei Vapern. Propylenglykol und Glycerin, Bestandteile des E-Liquids, können Feuchtigkeit aus der Mundschleimhaut ziehen. Dies führt zu Mundtrockenheit, die wiederum die Mundhygiene beeinträchtigt. Speichel spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Mundgesundheit, da er hilft, Nahrungspartikel zu entfernen, Säuren zu neutralisieren und die Zähne vor Karies zu schützen. Eine reduzierte Speichelproduktion kann zu einem Anstieg von Plaque und Bakterien führen, was Karies und Zahnfleischerkrankungen begünstigt.
Das Gleichgewicht der Bakterien im Mund ist entscheidend für eine gute Mundgesundheit. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass das Vapen die Zusammensetzung des Mundmikrobioms verändern kann. Eine Verschiebung hin zu schädlicheren Bakterienarten erhöht das Risiko für Parodontitis, eine Zahnfleischerkrankung, die unbehandelt zu Zahnverlust führen kann.
Nikotin ist ein bekanntes Vasokonstriktor, was bedeutet, dass es die Blutgefäße verengt. Dies reduziert die Durchblutung des Zahnfleisches und kann die Heilungsprozesse im Mund beeinträchtigen. Studien zeigen, dass Vapen das Risiko von Zahnfleischentzündungen erhöhen kann, die unbehandelt zu schwerwiegenderen Zahnfleischerkrankungen führen können.
Viele E-Liquids enthalten Zucker oder zuckerähnliche Substanzen wie Sorbitol. Diese können Bakterien im Mund verarbeiten und so zu einem Anstieg der Säureproduktion führen. Die erhöhte Säure kann den Zahnschmelz angreifen und das Risiko für Zahnkaries erhöhen. Zudem tragen aromatisierte Liquids dazu bei, dass mehr Rückstände im Mund verbleiben, die das Bakterienwachstum fördern.
Während das Vapen als sicherere Alternative zum Rauchen vermarktet wird, deuten wissenschaftliche Studien darauf hin, dass es Risiken für die Mundgesundheit birgt. Von Mundtrockenheit und veränderter Mundflora bis hin zu erhöhtem Karies- und Zahnfleischentzündungsrisiko – die möglichen Auswirkungen auf die Mundgesundheit sind vielfältig und ernst zu nehmen. Im Sinne einer gesunden Mundflora, sollte man das Vapen überdenken und gegebenenfalls mit einem Zahnarzt oder Zahnärztin über die Gewohnheiten und ihre möglichen Auswirkungen sprechen.
Quellen
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